Xavo Blog
Medikamentenentwicklung im “Tal des Todes”?

Liebe Freunde,

ich habe kürzlich in der New York Times einen interessanten Beitrag gelesen, in dem der Autor David Bornstein 2 Zahlen nennt:

800.000 und 21.

Die erste Zahl ist die Anzahl von wissenschaftlichen Beiträgen, die im Jahr 2008 im medizinischen Bereich veröffentlicht worden sind. Die zweite Zahl ist die Anzahl der weltweit neu zugelassenen Medikamente im vergangenen Jahr.

Bornstein stellt fest, dass die Neuzulassungen von Medikamenten in den vergangenen Jahren trotz erheblicher Mehrinvestitionen und faszinierender Erfolge in Grundlagenforschung (z.B. Genomics) und Laborautomatisierung (z.B. Drug Screening) nicht zugenommen haben.

Was sind die Ursachen für dieses Dilemma?

Man kann auf die lange Zeitspanne verweisen, die zwischen der Entdeckung eines neuen medizinischen Targets und der Zulassung des daraufhin entwickelten Medikaments liegt. Wenn dem so wäre, dürften wir in den nächsten 5-10 Jahren mit einem rasanten Anstieg von neu zugelassenen Medikamenten rechnen.

Hier müssen deutliche Zweifel angemeldet werden. Die Stagnation in den Medikamentenzulassungen hat meines Erachtens strukturelle Ursachen, welche entschieden angegangen werden müssen:

Die Zahl der Zufallsentdeckungen von Wirkstoffen (Penicillin, Sildenafil, etc.) geht zurück. Viele der “low hanging fruits” sind in den vergangenen Jahrzehnten abgeerntet worden. Heute ist es schwieriger, neue Medikamente zu entwickeln. Das gilt für NME (New Molecular Entities) und erst recht für Biopharmaka (Antikörper).

Bornstein weist zu Recht darauf hin, dass Forscher heute fast ausschliesslich für ihre Grundlagenarbeit anerkannt werden. Die Nobelpreise werden noch immer für die “pure science” vergeben. Viele der besten Forscher machen immer noch einen weiten Bogen um die “Translational Research”: den mühevollen und iterativen Prozess, in dem ein Target validiert, die Risiken reduziert werden und das Medikament schliesslich kreiert, getestet und freigegeben wird.

Gordon Binder (der ehemalige CEO von Amgen) weiß sein Leid zu klagen, wenn er über den Widerstand seiner Wissenschaftler zur Entwicklung eines modifizierten EPO im Jahr 1995 berichtet. Sich damit zu beschäftigen, dass EPO länger im Blutkreislauf wirken kann, betrachteten die Forscher als “low grade science”. Das modifizierte EPO hat die Lebensqualität von unzähligen Menschen nachhaltig verbessert und wurde schließlich zu einem der Top-Seller in der Amgen Firmengeschichte.

Xavo investiert in intelligente IT-Lösungen im Bereich von Drug Discovery. Unsere Lösungen verschaffen den Forschern Transparenz und Rückverfolgbarkeit. Die Forscher können in den Labyrinthen des HTS und HCS Screenings die Experimente des Workflows und dazugehörige Ergebnisdaten schnell wieder finden. Damit können Iterationen von Experimenten Wochen, Monate oder Jahre später durchgeführt werden, ohne immer wieder von ganz vorn beginnen zu müssen.

Unsere Lösungen Xavo Lab Logistics und Xavo Lab Collaboration nehmen den Forschern viele zeitraubende Arbeiten ab und gestatten es ihnen, sich auf ihre wissen-schaftlichen Aufgaben zu konzentrieren. Wie es geht, zeigt eine Success Story von Novartis.

Herzliche Grüße und “Alles wird gut”.

Ihr Detlef Riedel

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